Anine Bing x Levis | Über billige Werbung und Perfektionswahn

Anine Bing x Levis | Über billige Werbung und Perfektionswahn

Hoodie Liebe

Ich weiss, ihr wisst es: ICH LIEBE HOODIES ohne Ende und ich bin einfach so froh das ich selbst aufgehört habe diesem Instagram Wahn, der perfekt inszienierten Shootings zu entkommen. Genau, ich will das nicht mehr. Ich habe wahrlich die Schnauze voll, ewig mir Gedanken zu machen welche Outfits ich wie zusammenstellen soll für ein Shooting. Alleine das Wort „Shooting“ – lächerlich, oder? Ich bin doch kein Model. Bin ich doch ganz einfach Caro, die gerne ihre Outfits zeigt. Dieser Perfektionswahn bei Instagram und auf den Blogs dieser Erde macht mich einfach nur noch wahnsinnig. Ich habe das Gefühl, dass wir nach etwas eifern was wir doch eigentlich gar nicht können und das ist modeln. Der Begriff Influencer oder Blogger eher gesagt, wurde doch nicht dazu geschaffen, dass wir hier Fotos produzieren, die auch in diversen Modemagazinen dieser Welt erscheinen könnten. Also bitte, wo soll denn das ganze hinführen?

Billige Werbung

Klar die Firmen lieben Influencer Marketing. Warum? Ja ist doch simpel zu erklären. 80 % der Blogger / Influencer verdienen doch fast nichts an dem Content den sie liefern oder Sie können sich gar glücklich schätzen wenn Ihr Content überhaupt bezahlt wird. Davon zu leben ist schwer und beeinhaltet harte Akquise Arbeit, wie auch Ellenbogen Mentalität, was die Branche natürlich nicht sehr gerne sieht, denn wir sollen uns ja alle lieb haben. Rosa Zuckerwatte also nicht nur auf Bildern. Nein so soll die Bloggerwelt auch nach aussen erscheinen. Absoluter Schwachsinn! Ich glaube ich werde dieses Thema in einem seperaten Posting mal hier auffassen 🙂 Aber kommen wir mal wieder zurück zu dem Shooting – Perfektionswahn. Die Frage die ich mir in letzter Zeit gestellt habe ist, bin ich ein Profi Fotograf oder bin ich Blogger? Das ein bezahlter Beitrag oftmals auch zur Abnahme zum Kunden geht ist nichts neues, aber das man 10.000 mal dann neue Fotos machen muss, kann ich nicht verstehen, denn die Fotos mache ich IMMER gleich. Der Kunde wählt uns Blogger anhand unseres Profils und / oder Blogs aus, also warum aufeinmal sol ich meine Bilder in Punkto Farbe etc. ändern? Nur weil der Kunde es will und er den Content bezahlt? Moment er zahlt den Content – JA, aber man muss auch mal genau festhalten was er bezahlt. Er hat einen Werbeplatz gebucht, mehr nicht. Getreu dem Motto wer mir kein Moodboard mitschickt, bekommt die Bilder wie ich sie mag und wie sie mich und meine Persönlichkeit auch wiederspiegeln.

  1. Schuhe ANN DEMEULEMEESTER hier | 2. Jeans LEVI`S hier | 3. Hoodie ANINE BING hier

 

Profi Fotos oder Authenzität

Auch wenn jetzt ganz viel aufstöhnen und sagen, dass sie sich gerne schöne Bilder anschauen, ich mag lieber Bilder auf Instagram und auf Blogs die einfach gehalten sind und wo ich den Menschen noch erkennen kann, wie Gott ihn geschaffen hat und nicht wie Photoshop / Lightroom ihn geschaffen hat. Erschreckend sind doch immer wieder die Momente wo man eine Person auf einem Event trifft und man denkt, dass sie doch auf den Fotos ganz anders ausschaut. Klar sehe ich auch auf Fotos viel größer aus und man erkennt nicht was für ein Furz ich doch im wahren Leben bin, doch ich kann immer noch sagen, dass ich CARO bin und dies nicht nur auf den Fotos. Natürlich bewundere ich die Menschen, die sich all die Mühe machen mit Ihrem Feed, dass dieser so schön kunstvoll wirkt, dass er schon gar nicht mehr real erscheint. Ich hoffe ihr versteht mich und ich möchte und will auch niemanden angreifen, denn jeder kann selbst entscheiden, wie sein Feed bei Instagram aussehen soll. Wen ich aber angreife sind all die Unternehmen und Agenturen, die meinen uns ausbeuten zu können, indem sie von uns Dinge verlangen, die ein Blogger NICHT leisten kann und auch nicht sollte, denn diese Leistungen kosten normalerweise Unternehmen und Agenturen schweineviel Geld. Und dies kommt, wie bereits oben erwähnt, bei 80 % der Blogger NICHT an.

Schluss damit

Es wird doch einfach mal Zeit Schluss damit zu machen – Schluss mit dem Ausbeuten in Punkto Profi-Fotografie bei Bloggern. Die Firmen erhalten meist kostenlosen Content zum reposten und alle schauen zu und freuen sich noch oftmals sogar wenn sie repostet werden, Geil das die Firmen mal eben ihr Werbebudget jedes Jahr aufs neue runterfahren können. Für Unternehmen war das Influencer Marketing ein Segen und kein Fluch, Auch wenn sie oftmals in der (Fach-) Presse darüber stöhnen. Wie oft halten viele Blogger auch Produkte in die Kamera, die sie einfach zugeschickt bekommen haben? Genau eine Menge. Bei den meisten ist kein Cent für die Produktplatzierung geflossen. Das lustige an der ganzen Geschichte ist, dass ein Blogger sich strafbar macht, wenn er dies nicht als Werbung kennzeichnet. Aber wieso machen sich die Unternehmen nicht strafbar, die uns Blogger oftmals regelrecht dazu auffordern, das Produkt zu posten?

Entweder bekommt man einfach die Produkte nach Hause geschickt, oftmals sogar ohne unser Wissen oder man erhält eine E-Mail wo man gefragt wird ob man die Produkte testen möchte. Natürlich sind sehr viele stolz und gehen auf das Angebot ein und lassen sich die Produkte zusenden, gehen sogar meist noch darauf ein dafür einen Blogpost zu schreiben oder einen Instagram Feedpost zu machen. Sie geben sich Mühe, machen tolle Fotos und schreiben lange Reviews und müssen diese als Werbung kennzeichnen. Werbung die doch gar NICHT bezahlt wurde. Na klar wurde sie bezahlt oder eher gesagt sie wurde lediglich NICHT monetär gezahlt, sondern nur mit Produkten.

Hoodie ANINE BING | Tasche UTERQUE | Jeans LEVI`S

Produkte als Bezahlung

Komme mir oftmals vor wie im Mittelalter. Produkt tauschen gegen Content. Geil oder? War schon immer mein Wunsch in Massen von Paketen unterzugehen und mir dafür, wenn möglich eine noch größere Wohnung oder Haus anzumieten. Doch womit soll ich das dann bezahlen? Mit Produkten? Nein natürlich nicht – Spass beiseite, denn hier wird es Ernst. Denn wer versteuert eigentlich diesen ganzen Produktversand? Die Unternehmen? Wir vermuten es, aber kann man sich im Leben immer sicher sein und sich auf Vermutungen verlassen? Für das Finanzamt sieht es in erster Linie danach aus, dass das Produkt die Bezahlung für den Content ist und somit ein geldwerter Vorteil vorliegt. Dieser liegt jedoch nicht vor, wenn die Blogger nachweisen können das bereits eine Versteuerung des Produktes stattgefunden hat. Entweder durch einen schriftlichen Nachweis der Agentur oder des Unternehmens , dass die Produkte (meist Pauschal pro Kalenderjahr) als PR Sample oder Werbekosten versteuert wurden. Falls Ihr einen Artikel selbst gekauft habt und diesen bewerbt weil er Euch so gut gefällt, oder was auch immer, rate ich jedem den Kassenbon als Nachweis aufzuheben. Ich weiss es ist viel Papierkram aber ehrlich, ihr wollt nicht die Macht eines deutschen Finanzamtes spüren. Glaubt mir 🙂

Hoodie ANINE BING hier | Hose LEVI`S hier | Schuhe ZARA hier | Tasche UTERQUE hier

Influencer Marketing – Verarsche am Blogger

Seht ihr, Influencer Marketing ist nicht der Fluch der Firmen geworden, nein ganz im Gegenteil. Fassen wir mal zusammen: die Firmen erhalten meist kostenlos oder halt kostengünstig (im Vergleich zur Printwerbung oder Online Werbeplatzierungen) hochwertigen und wenn möglich professionellen Content. Im Gegenzug muss der Blogger sich sehr oft mit Produkten zufrieden geben und diese, wenn er es falsch macht und keinen Nachweis der Versteuerung des Unternehmens hat, auch noch selbst versteuern muss. Hammer oder? Warum ich das Thema aufgreife? Weil es mich einfach nur noch nervt in Marketing Fachzeitschriften das Gejammer der Unternehmen über uns Blogger zu lesen und auch wir oftmals dargstellt werden, als wären wir ALLE absolute Vollidioten, die mit rosa Einhörnern zu Bett gehen. Und um das mal festzuhalten: das tue ICH nicht. Ich hoffe das die Zeiten sich wieder mehr zum positiven Wenden. Ich für meine Wenigkeit, werde auf jeden Fall alles dran setzen, dass das Bild des Bloggers nicht als Schnorrer der Nation im Netz fungiert. Und ich hoffe Ihr doch auch!

 

 

Caroline
Caroline Kynast ist die Gründerin und Bloggerin hinter CAROLINEKYNAST , einem Fashion- und Streetstyle Blog aus Deutschland.

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